Veranstaltung: Boden gewinnt! Erosionsschutz am Feld

©FranzGleiß: Gruppenfoto mit den Vortragenden Josef Wasner (LK NÖ) und Valentin Seiringer, den Vertreter:innen der Stadt Melk und dem Team der KLAR! Region
Einladung

Zunehmende Starkregenereignisse stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen, besonders die Abschwemmung von wertvollem Ackerhumus. Welche Maßnahmen wirksam zum Schutz vor Erosion beitragen, zeigten am 11.02.2026 zwei Experten im Dorfhaus Spielberg-Pielach-Pielachberg.

Boden gewinnt! Erosionsschutz am Feld 

Unter diesem Motto stand die Veranstaltung der KLAR! Region Wachau-Dunkelsteinerwald-Jauerling in Kooperation mit der Stadtgemeinde Melk. Der Veranstaltungsraum des Dorfhauses in Spielberg-Pielach-Pielachberg war gut besucht von zahlreichen interessierten Landwirtinnen und Landwirten aus der Umgebung.

KLAR!-Managerin Monika Wimmer begrüßte die Teilnehmenden, den anwesenden Bürgermeister Josef Berger aus der Gemeinde Dunkelsteinerwald, sowie die Stadträte und Stadträtinnen der Stadtgemeinde Melk und erklärte zunächst, wofür KLAR! steht. Anschließend gab sie einen Überblick darüber, wie sich das Klima in der Region und speziell in Melk bereits verändert hat und welche Entwicklungen künftig zu erwarten sind. Besonders die Landwirtschaft ist vom Klimawandel betroffen und steht vor der Herausforderung, geeignete Anpassungsmaßnahmen zu setzen. Vor allem Starkregenereignisse und die daraus resultierenden Bodenerosionen, bei denen wertvoller Humus von den Feldern abgeschwemmt wird, stellen ein zunehmendes Problem dar.

In den darauffolgenden Fachvorträgen erläuterten die Experten Josef Wasner von der Landwirtschaftskammer Niederösterreich sowie Valentin Seiringer, Bio-Landwirt aus Wieselburg, praxisnah und detailliert, mit welchen Maßnahmen Erosionen am Feld wirksam verhindert werden können.

Warum braucht es Erosionsschutz?

Josef Wasner erklärte in seinem Vortrag, warum Erosionsschutz notwendig ist und welche Faktoren beim Bodenabtrag eine entscheidende Rolle spielen. Für Landwirtinnen und Landwirte sind insbesondere die Erosionsanfälligkeit des Bodens sowie der Bedeckungs- und Bearbeitungsfaktor relevant, da diese aktiv beeinflusst werden können. Zusammenfassend wurden folgende Maßnahmen zum Erosionsschutz vorgestellt:

  • Angepasste Sätechnik
  • Vermeidung von Bodenverdichtungen
  • Reduktion der Bodenbearbeitungsintensität
  • Zeitgerechter Begrünungsanbau
  • Möglichst lange Bodenbedeckung
  • Geeignete Begrünungsmischungen (angepasst an Fruchtfolge und Biomasse)

Im Zuge dessen wurde auch auf die geförderten Begrünungsmischungen im Zwischenfruchtanbau hingewiesen.

Erfahrungen aus der Praxis beim Vortrag von Valentin Seiringer

Valentin Seiringer sprach in seinem Vortrag über Erosionsschutz durch gezielten Bodenaufbau und teilte dabei seine Erfahrungen aus der Praxis. Ein zentrales Thema war für ihn die Bodenstruktur sowie der Gehalt an organischer Substanz. Bodenstabilität, ein aktives Bodenleben und langfristiger Humusaufbau entstehen vor allem durch die Maximierung der Photosynthese bei gleichzeitiger Minimierung der Bodenbearbeitung. Er betonte mehrfach, wie wichtig es ist, sich intensiv mit dem eigenen Boden auseinanderzusetzen und die passende Untersaat für die jeweiligen Ackerflächen auszuwählen.

Besonders im Biolandbau ist zudem der Einsatz geeigneter Geräte zur Bodenbearbeitung entscheidend. Als Beispiele nannte er unter anderem spezielle Kettenscheibeneggen sowie Kombinationsgeräte wie Scheibenegge mit Flachgrubber.

Begrünung als Zwischenfrucht - unverzichtbar!

Beide Experten waren sich einig, dass der Einsatz von Begrünungsmischungen als Zwischenfrucht unverzichtbar ist. Auch wenn es Zeit braucht, bis die gesetzten Maßnahmen ihre volle Wirkung entfalten, sei es wichtig, konsequent dranzubleiben.

Beim anschließenden gemütlichen Ausklang bei Gulasch und Getränken wurden die Diskussionen und Gespräche weitergeführt.