Die historische Baukultur ist ein wesentlicher Bestandteil der besonderen Kulturlandschaft der Wachau. Historische Gebäude, traditionelle Bauformen und über Generationen gewachsene Ortsbilder prägen nicht nur das Erscheinungsbild der Region, sondern tragen wesentlich zu ihrer Identität bei. Gleichzeitig stellen Nutzungswandel, Leerstand sowie die Frage nach einem zeitgemäßen Umgang mit historischer Bausubstanz Gemeinden und Eigentümer vor neue Herausforderungen.
Mit dem Pilotprojekt „Salon Publikation.Hausgespräche“ entwickelt der Kulturverein Salon Dürnstein ein neues Format zur Bewusstseinsbildung für Baukultur in der Stadtgemeinde Dürnstein. Im Mittelpunkt steht eine Publikation, die persönliche Geschichten rund um Häuser und ihre Bewohner mit bauhistorischem Wissen und fachlichen Perspektiven verbindet. Damit soll Baukultur verständlich und unmittelbar vermittelt und der Blick für den Wert der gebauten Umwelt geschärft werden.
Ausgangspunkt der Publikation sind sogenannte „Hausgespräche“. Sie beschäftigen sich mit Fragen, die viele historische Gebäude und ihre Bewohner betreffen: Wie gelingt die Rückkehr in ein Elternhaus und dessen Weiterentwicklung für eine neue Generation? Wie kann historische Bausubstanz erhalten und zugleich zeitgemäß genutzt werden? Welche Bedeutung haben traditionelle Bauelemente und Handwerkstechniken wie Kastenfenster? Und wann ist die Sanierung eines bestehenden Gebäudes gegenüber einem Neubau die bessere Möglichkeit?
Durch die Verbindung von persönlichen Erfahrungen, konkreten Beispielen und fachlichem Wissen werden historische Räume zum Ausgangspunkt einer zeitgenössischen Auseinandersetzung mit Baukultur. Die Publikation soll positive Beispiele sichtbar machen, Wissen über qualitätsvolle Sanierung und den Erhalt historischer Bausubstanz vermitteln und zugleich das Verständnis für Denkmalschutz und regionale Baukultur stärken.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der identitätsstiftenden Bedeutung der gebauten Umwelt. Häuser erzählen von unterschiedlichen Generationen, Nutzungen und gesellschaftlichen Veränderungen. Die „Hausgespräche“ machen diese Geschichten sichtbar und tragen dazu bei, ein regionales Gedächtnis zur Baukultur aufzubauen. Gleichzeitig entsteht ein Dialog darüber, wie das bauliche Erbe der Wachau verantwortungsvoll in die Zukunft geführt werden kann.
Das Projekt wird vom Kulturverein Salon Dürnstein umgesetzt und baut auf dessen bisherigen Erfahrungen an der Schnittstelle von Kunst und Kultur, Raum und Geschichte auf. Während kulturelle Veranstaltungen historische Gebäude bereits unmittelbar erlebbar machen, schafft die Publikation erstmals ein dauerhaft verfügbares Vermittlungsformat, das über einzelne Veranstaltungen hinauswirkt.
Langfristig soll das Pilotprojekt zeigen, wie eine niederschwellige und persönliche Vermittlung von Baukultur das Bewusstsein für die Qualitäten historischer Bausubstanz stärken kann. Die in Dürnstein entwickelten „Hausgespräche“ können dabei als Modell für weitere Gemeinden der Wachau dienen und einen Beitrag dazu leisten, die besondere Baukultur des UNESCO-Welterbes zu erhalten und qualitätsvoll weiterzuentwickeln.
Behandelt durch das Projektauswahlgremium: 28.4.2026
Projektträger: Verein Salon Dürnstein
Fördersatz: 70%
Laufzeit: 01.05.2026 - 31.12.2027
Kostenhöhe: € 18.624
Fördersumme: € 13.036,80
Mit Unterstützung von Bund, Land NÖ und Europäischer Union (LEADER).

